Anonymous


To Watch a War (A Film Found on the Internet)

2018,
311 Min., vielleicht Ukraine

Eine audiovisuelle Betrachtung über die Bedeutung von Bewegtbildern und Zeugenschaft in Kriegszeiten. Der von einem anonymen Kollektiv auf YouTube hochgeladene Film besteht aus Amateurvideos, die zwischen 2014 und 2018 während der ersten Phase des Russisch-Ukrainischen Kriegs in der Ostukraine aufgenommen wurden. Durch den asynchronen Schnitt des Bild- und Tonmaterials entsteht ein Raum der Desorientierung, in dem Fragen über das Wesen des Kriegs und seine Darstellungen aufgeworfen werden können, ohne beantwortet zu werden. Das Machtinstrument der Montage wird eingesetzt, um Videos und mit ihnen die Gewissheiten zu dekonstruieren, die sich einstellen, wenn man Geschichte aus sicherer Distanz erlebt, als lineare Bewegung mit Anfang und Ende. Indem der Film die Bilder aus ihrem Kontext herauslöst und so ihrer Funktion beraubt, versucht er, eine visuelle Grammatik eines Krieges zu formulieren, die zu oft beschrieben oder diskutiert, aber selten gefühlt wurde. „Dies ist kein Film über den Krieg. Dies ist ein Film darüber, was im Krieg zu sehen ist. Dies ist ein Film darüber, wie man den Krieg sehen kann, ohne aus dem Haus zu gehen.“

exhibition
berlin

neue Gesellschaft für bildende Kunst (nGbK), station urbaner kulturen/nGbK Hellersdorf, Between Bridges, Prater Galerie
23. Februar–9. Juni

Kyiv Perenniale