The Reckoning Project: Ukraine Testifies

The Reckoning Project: Ukraine Testifies ist eine Initiative von internationalen und ukrainischen Reporter_innen, Analyst_innen und Forscher_innen mit dem Ziel, Kriegsverbrechen zu dokumentieren und bewegende Stories zu erzählen, die einmal Kapitel in der Geschichte des russischen Kriegs in der Ukraine bilden werden. Journalist_innen und Forscher_innen in der Ukraine sammeln Zeugenaussagen zu mutmaßlichen Kriegsverbrechen, die sie mit Blick auf eine mögliche Verwendung vor Gericht in neutraler Form aufzeichnen. Anschließend überprüfen das Team und die Analytiker_innen diese Aussagen, während ukrainische Autor_innen und Dokumentarfilmemacher_innen sie unter Anleitung der renommierten internationalen und ukrainischen Schriftsteller_innen und Reporter_innen Janine di Giovani, Peter Pomerantsev und des von Nataliya Gumenyuk geführten Public Interest Journalism Lab zu Multimedia-Inhalten verarbeiten.


The Most Frightening Days of My Life. Yahidne

18:20 Min.,

Yahidne, ein kleines Dorf in der Oblast Chernihiv, war vom 3. bis zum 30. März 2022 von der russischen Armee besetzt. Die Russen sperrten 367 Dorfbewohner in den Keller einer örtlichen Schule und hielten sie dort einen ganzen Monat gefangen. Dutzende Kinder und alte Menschen waren in einem Raum von nur 86 Quadratmetern zusammengedrängt. Die Menschen wurden ihrer Freiheit beraubt, ihnen wurden Nahrung und Medikamente vorenthalten und sie mussten auf Stühlen sitzend schlafen. Am fünften Tag starb die erste Person an Sauerstoffmangel. Insgesamt starben dort zehn Menschen. Ihre Leichen blieben lange Zeit zusammen mit den Lebenden im Raum, weil die Besatzer eine Bestattung nicht erlaubten. Fünfzehn weitere Menschen wurden außerhalb des Kellers getötet. Der Film erzählt, wie es zu all dem kam und wie es den Menschen gelang, die Grausamkeit der russischen Armee zu überleben. Autor_innen: Svitlana Oslavska, Natalia Gumenyuk, Angelina Kariakina, Lyuba Knorozok, Yuriy Dunay, Peter Pomerantsev, Andriy Bashtovyi, Andriy Lysetskyi, Anna Tsyhyma (in Zusammenarbeit mit dem Nachrichtenmagazin TIME)

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berlin

neue Gesellschaft für bildende Kunst (nGbK)
29. Februar 19:00

The Reckoning Project: Ukraine Testifies

Präsentation von Nataliya Gumenyuk, Lyuba Knorozok und Raji Abdul Salam


Chernihiv. 03.03.2022

18:42 Min.,

Am 3. März 2022 begannen die russischen Truppen, Chernihiv aus der Luft zu bombardieren. Es war der neunte Tag der Großoffensive gegen die Ukraine und einer der ersten großen Angriffe des Kreml auf ukrainische Städte; mindestens 47 Menschen starben. In der Nähe der Chornovola-Straße standen Zivilisten, die in ihrer eingekreisten Stadt zu überleben versuchten, um Medikamente und Lebensmittel an. Dieser Film erzählt ihre persönlichen Geschichten: von der Familie Hrytsyk, die zwei ihr besonders nahestehende Menschen verlor; von Halyna Pisnia, die aus den Trümmern ihres ersten eigenen Zuhauses, von dem sie ein Leben lang geträumt hatte, gezogen wurde; von Maryna Yeshchenko, die ein zweites Mal von zu Hause fliehen musste, nachdem sie 1986 Prypiat verlassen hatte. Der Film schildert die Auswirkungen eines einzigen Bombardements auf das Leben ganz normaler Menschen. Autor_innen: Vira Kuryko, Oksana Karpovych, Angelina Kariakina, Vadym Ilkov, Lyuba Knorozok

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neue Gesellschaft für bildende Kunst (nGbK)
29. Februar 19:00

The Reckoning Project: Ukraine Testifies

Präsentation von Nataliya Gumenyuk, Lyuba Knorozok und Raji Abdul Salam


The Hospital That Was Taken Hostage

21:00 Min.,

Der Film erzählt die Geschichte vom Leben und Widerstand im Krankenhaus der Stadt Snihurivka in der Oblast Mykolaiv während der Besetzung der Stadt im Jahr 2022. Trotz der neun Monate anhaltenden Drohungen und Einschüchterungen seitens des russischen Militärs bemühten sich 80 Mediziner_innen, die medizinische Versorgung der örtlichen Bevölkerung aufrechtzuerhalten. Sie operierten unter schwierigsten Bedingungen, wurden gezwungen, ihre Angreifer zu behandeln, um ihrem Eid treu zu bleiben, behandelten aber auch Zeug_innen, Menschen, die von den Russen eingesperrt und gefoltert worden waren, versteckten bei Durchsuchungen medizinische Ausrüstung und hielten den Kontakt mit der Außenwelt, um ihre wahre Geschichte zu erzählen, während sie auf die Befreiung warteten. Autorinnen: Anna Tsyhyma, Natalia Gumenyuk

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neue Gesellschaft für bildende Kunst (nGbK)
29. Februar 19:00

The Reckoning Project: Ukraine Testifies

Präsentation von Nataliya Gumenyuk, Lyuba Knorozok und Raji Abdul Salam


Station Kramatorsk

35:40 Min.,

Der russische Raketenangriff auf den Bahnhof von Kramatorsk am 8. April 2022, bei dem 61 Menschen, die versuchten, in sicherere Gebiete zu entkommen, getötet und über 120 verletzt wurden, ist noch immer einer blutigsten Angriffe auf ukrainische Zivilist_innen seit dem Beginn der großangelegten russischen Invasion. Die russische Armee feuerte dabei um 10:28 eine ballistische Rakete vom Typ Tochka-U, die mit einem Streumunitionsgefechtskopf bestückt war, ab, als über 3000 Menschen im Bahnhof warteten. Wie so oft versuchte die Russische Föderation den Angriff damit zu rechtfertigen, er habe ukrainischem Militärgerät gegolten. Auch so wäre er als Kriegsverbrechen einzustufen, da sich tausende Zivilist_innen im Gefahrenbereich befanden. Der Einsatz solcher Präzisionswaffen und die Art der Verletzungen verweisen allerdings darauf, dass es sich um einen gezielten Angriff handelte, der größtmögliche Personenschäden verursachen und die Evakuierung von Zivilist_innen aus dem Gebiet verhindern sollte. Dieser Film versucht zu vermitteln, was die Menschen, die an jenem Tag am Bahnhof waren, erlebt haben, und zu zeigen, was es bedeutet, zum Ziel eines solchen Angriffs zu werden. Er verdeutlicht die Grausamkeit derjenigen, die diese Tragödie verursacht haben, und die unglaubliche Stärke und Menschlichkeit der Überlebenden und derjenigen, die mit aller Kraft versuchten, Leben zu retten. Autorinnen: Anna Tsyhyma, Natalia Gumenyuk

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29. Februar 19:00

The Reckoning Project: Ukraine Testifies

Präsentation von Nataliya Gumenyuk, Lyuba Knorozok und Raji Abdul Salam